1970er und 1980er Jahre
Der Bergknappen-Spielmanns-und Fanfarenzugzug Peißenberg bereiste Ende der 1970er und zu Beginn der 1980er Jahre die Bretagne. Ihr musi-kalischer Leiter Ferdl Stork und später gleichfalls Werner Will vom Campingplatz Ammertal fuhren zum Sondieren vorher nach Frankreich, orga-nisierten Unterkünfte und Auftritte und kümmerten sich um finanzielle Un-terstützung durch das DFJW (Deutsch-französische Jugendwerk). Die Musikanten fuhren die ganze bretonische Küste ab, von Saint-Malo über Quimper, Concarneau, Bannalec und kamen schließlich auch nach Saint Brevin. Möglicherweise hielten Ferdl Stork und Werner Will schon damals Ausschau nach einer möglichen Partnerstadt für Peißenberg
1979
Durch die Besuche von Marcel Tanguy und seinen Berufsschülern aus der Bretagne entstand sowohl auf französischer als auch deutscher Seite die Idee, die Kontakte zu einer Partnerschaft auszubauen. Eine erste Peißenberger Delegation, angeführt von Bürgermeister Führler und be-gleitet von Werner Will und Maria Fritz als Übersetzern, fuhr im Juni 1979 nach Herbiniac (Nähe Guérande), wo Marcel Tanguy an der dortigen Be-rufsschule tätig war und wo sie offiziell im Rathaus empfangen wurden. Die Partnerschaft mit Herbiniac kam nicht zustande, dafür aber die mit Saint Brevin.
Als Marcel Tanguy später in einem Jugendheim in Préfailles an der Pointe de Gildas (südlich von Saint Brevin) arbeitete, lernte er Henry Pennetier kennen, der in Saint Brevin im Comité de fêtes engagiert war und der sich maßgeblich für das Entstehen der Partnerschaft einsetzte.
1984
Die Peißenberger Knappschaftskapelle begleitete im Juli das Bier- und Sauerkrautfest in Saint Brevin mit bayrischer Musik und Folklore. Die
Bürgermeister der beiden Gemeinden, Raymond Kerverdo aus Saint Brevin und Mathias Führler aus Peißenberg, bekundeten das Interesse an vertieften Beziehungen.
Im September weilte eine erste offizielle Delegation aus Saint Brevin unter Leitung des 1. Bürgermeisters Raymond Kerverdo zu Gesprächen über eine mögliche Städtepartnerschaft zwischen den beiden Gemeinden in Peißenberg.
Der Stadtrat von Saint Brevin und der Marktgemeinderat von Peißenberg sprachen sich jeweils für den Abschluss einer offiziellen Städtepartner-schaft aus.
1985
Im Februar fuhr eine 10köpfige Delegation aus Marktgemeinderat und Verwaltung aus Peißenberg unter Leitung von Bürgermeister Mathias Führler nach Saint Brevin, um den Ort und die Region kennenzulernen und um weitere Absprachen zu einer Städtepartnerschaft zu treffen.
Maria Fritz begleitete im April eine erste Schülergruppe nach Saint Brevin: 5 Jugendliche aus Peißenberg zwischen 15 und 17 Jahren, alle Französisch-Schüler am Gymnasium Weilheim, weilten für 12 Tage an der Atlantikküste. Sie wohnten bei französischen Familien. Der Gegenbe-such von 4 Schülern aus Saint Brevin in Peißenberg fand im August statt.
In Peißenberg wurde ein Partnerschaftskomitee gegründet, das am 25. April erstmals tagte.
Über Pfingsten (26. Und 27. Mai) hielt sich eine Fußballmannschaft aus Saint Brevin in Peißenberg auf, die auch privat untergebracht war.
Zum 15jährigen Jubiläum des Campingplatzes Ammertal von Werner Will
kamen der 1. und 2. Bürgermeister von Saint Brevin. Raymond Kerverdo und Paul Nolleau, mit ihren Ehefrauen nach Peißenberg.
Im September besuchte erstmals eine große Gruppe (39 Personen) aus Saint Brevin Peißenberg. Der Besuch war privat organisiert, die Gäste wohnten bei Peißenberger Familien.
1986
Am 18. Mai 1986 unterzeichneten Raymond Kerverdo und Mathias Führler in Saint Brevin die Partnerschaftsurkunden.
Mehr als 80 Bürger aus Peißenberg waren bei dem offiziellen Festakt vertreten, neben Bürgermeister Mathias Führler unter anderen seine Stellvertreterin Magdalena Kößl, mehrere Marktgemeinderäte, die Knappschaftskapelle und die Plattergruppe des Trachtenvereins.
Am 28. September 1986 wiederholten die Bürgermeister Kerverdo und Führler die Unterschriften bei einem offiziellen Festakt in Peißenberg.
Damit war die Städtepartnerschaft zwischen Saint Brevin und Peißenberg offiziell besiegelt.
1987
Das Jahr stand ganz im Zeichen der deutsch-französischen Besuche.
Den Auftakt machte Ende Mai eine Schülergruppe der Josef-Zerhoch-Mittelschule gemeinsam mit ihren Begleitern Maria Fritz, Susanne Meisel und dem Rektor Hermann Schnitzer. Alle waren in Gastfamilien untergebracht. Neben der Erkundung von Saint Brevin und der Umgebung besuchten die Peißenberger Schüler Englisch- und Deutschstunden am katholischen Collège Saint-Joseph.
Im Juni reisten Mitglieder der Fußballabteilung des TSV Peißenberg nach Saint Brevin, im Juli kam von dort eine Gruppe Tennisspieler. Sie repräsentierten die französische Partnerstadt anlässlich des 1. Peißenberger Weinfestes bei Wein und Delikatessen aus Frankreich, serviert bei bayerischer Blasmusik.
Im September wurde eine „Camping-Rallye“ ausgerichtet: Peißenberger fuhren auf mehreren Etappen mit dem Campingbus oder Wohnwagen nach Saint Brevin, um auf einem der zahlreichen Camping-Plätze kostenlos Urlaub am Atlantik zu genießen. Ein Bayrischer Abend mit Sauerkrautessen eröffnete die Besuchswoche.
1988
Im Mai fand der Gegenbesuch von Schülern des Collège Saint Joseph in Peißenberg statt. Auch sie waren bei Gasteltern untergebracht. Bei ihrem zweiwöchigen Aufenthalt besuchten sie unter anderen das Bergbaumuseum, unternahmen Ausflüge nach München, Füssen und Garmisch-Partenkirchen und drückten einige Vormittage lang mit ihren deutschen
Freunden gemeinsam die Schulbank in der Mittelschule.
Ebenfalls im Mai waren 13 Sportlerinnen und Sportler aus Saint Brevin und Umgebung zu einem Kurzbesuch in Peißenberg zu Gast. Sie hatten an einem Marathonlauf in München teilgenommen und die Gelegenheit zum Kennenlernen der Partnergemeinde genutzt.
Die zahlreichen Besuche von Vereinen und Bürgern wurden schon im Juni fortgesetzt: Mitglieder des Schützenvereins und der Wasserwacht weilten gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Geschäftsleben zu einem einwöchigen Besuch in Saint Brevin. Höhepunkte waren ein bayerisches Bierfest und eine Schifffahrt im Golf von Morbihan in der Bretagne.
Im August waren Jiu-Jitsu-Kämpfer aus Peißenberg beim Judoclub Saint Brevin zu Gast, ebenso wie eine Gruppe Tennisspieler, die zu einem Freundschaftsturnier angereist war.
Der Bürgermeister von Saint Brevin, Raymond Kerverdo, kam gemeinsam mit seinem Stellvertreter im Juli nach Peißenberg, als der Trachtenverein das Gautrachtenfest ausrichtete. Im September, anlässlich des 2. Peißenberger Weinfestes, das mit französischem Wein von der Loire gefeiert wurde, weilten Tennisspieler aus Saint Brevin und aus Treviso in Venetien (Italien) in Peißenberg.
1989
Der rege Austausch zwischen Peißenberg und Saint Brevin ging auch in diesem Jahr weiter.
Im April war eine Delegation aus Saint Brevin in Peißenberg zu Gast. Als Gastgeschenk überreichte Guy Leray, der Repräsentant des Partnerschaftskomitees in Saint Brevin, einen Anker, der an einem Felsbrocken befestigt war. Zudem pflanzten Leray und der Peißenberger Bürgermeister Matthias Führler in Anlehnung an die in Saint Brevin beheimateten Pinien eine Föhre vor dem Peißenberger Rathaus. Anker und Kiefer sollten an die Partnerschaft zwischen beiden Gemeinden erinnern.
Zur gleichen Zeit hielt sich eine Schülergruppe aus Paimbœuf, der Nachbargemeinde von Saint Brevin, in Peißenberg auf. Die 13 Jungen und Mädchen, die bei Gastfamilien wohnten, waren anlässlich einer avisierten Partnerschaft mit der Realschule gekommen. Sie erhielten Einblick in den deutschen Schulalltag und das Schulsystem, hatten aber auch Gelegenheit, Peißenberg und die Umgebung kennenzulernen, beispielsweise das Schloss Linderhof.
Anfang Mai wurde in Saint Brevin ein von der Partnergemeinde Peißenberg gestifteter Maibaum aufgestellt. Der Baum kam aus den Wäldern rund um Saint Brevin, Auszubildende des ersten Lehrjahres aus der Lehrwerkstätte bei Agfa formten die Zunftzeichen und die Patrona Bavariae, die die Spitze des Maibaums zierte. Der Malermeister Willi Engel war für die künstlerische Gestaltung verantwortlich. Die Jugendgruppe des Trachtenvereins Markt Peißenberg stellte den Maibaum auf. Die Trachtler gestalteten auch das Rahmenprogramm mit Volksmusik und Plattlern. Begleitet wurden sie von einer Delegation aus Gemeinderat und Verwaltung, die dem neu gewählten Bürgermeister Etienne Chauvin den Antrittsbesuch machte. Auch Schüler der Mittel- und Realschule, die im Rahmen eines Schüleraustausches in Saint Brevin waren, beteiligten sich am Festakt.
Am 31. August startete die zweite „Camping-Rallye“ von Peißenberg nach Saint Brevin. 18 Gespanne oder Wohnmobile brachen nach Saint Brevin auf, wo am 2. September noch weitere Campingfreunde und die Knapp-schaftskapelle Hohenpeißenberg dazustießen.
Anfang September fand in Saint Brevin das bereits traditionelle Drei-Länder-Tennisturnier mit Mannschaften aus Saint Brevin, Treviso und Peißenberg statt. Neben der sportlichen Betätigung stand die Erkundung Saint Brevins und der Umgebung auf dem Programm.
Anlässlich des 3. Peißenberger Weinfestes im Oktober kam der neu gewählte Bürgermeister aus Saint Brevin, Etienne Chauvin, mit seiner Ehefrau und einer Delegation mit seinem Stellvertreter und Gemeinderäten zu einem ersten Besuch nach Peißenberg.
Im November besuchte eine 50köpfige Delegation aus Saint Brevin mit ihren Tauben, Hähnen und Hasen die Kleintierschau in Peißenberg.
1990
Zum 01. Januar wurde in Peißenberg ein Partnerschaftskomitee gegründet. Das Komitee machte sich zur Aufgabe, die Kontakte mit der französischen Partnerstadt Saint Brevin zu fördern, darüber hinaus aber auch die Verwirklichung des Partnerschafts- und Europagedankens durch freundschaftliche Begegnungen aller Völker. Der internationale Austausch auf schulischer, sportlicher, kultureller, beruflicher und wirtschaftlicher Ebene sollte besonders vorangetrieben werden.
Im Mai waren Schülerinnen und Schüler des Collège Saint Joseph zu Gast in Peißenberg.
Im September machte der neugewählte Peißenberger Bürgermeister Hermann Schnitzer seinen Antrittsbesuch in Saint Brevin. Er wurde von seinem Stellvertreter Franz Fischer und jeweils 2 Gemeinderäten von CSU und SPD begleitet.
Zur gleichen Zeit weilte eine Gruppe des Rad- und Kraftfahrervereins „Solidarität“ aus Peißenberg in Saint Brevin. Gemeinsam mit Mitgliedern des Radclubs aus Saint Brevin unternahmen sie Fahrten entlang der Atlantikküste und eine Rundfahrt durch das Naturschutzgebiet La Brière.
Zum schon traditionellen Peißenberger Weinfest kam der Bürgermeister aus Saint Brevin, Etienne Chauvin, zusammen mit seiner Ehefrau und Mitgliedern des französischen Partnerschaftskomitees nach Peißenberg.
Hauptthema der offiziellen Gespräche waren der Austausch von Lehrlingen und Arbeitern für Gewerbe und Industrie sowie gemeindlichen Einrichtungen.
Begleitet wurden sie von Schülern der Musikschule Saint Brevin, die bei Gastfamilien untergebracht waren. Sie konnten die Leonhardifahrt erleben, das Bergbaumuseum besuchen und München und die Königsschlösser in Schwangau besichtigen. Als Höhepunkt des Besuches beteiligten sie sich an einem Konzert gemeinsam mit der Peißenberger Musikschule, der Knappschaftskapelle, dem Spielmannszug und dem Zitherclub.
1991
Das 5jährige Bestehen der Partnerschaft wurde zuerst in Saint Brevin gefeiert. Bürgermeister Schnitzer konnte vor dem Rathaus, direkt neben dem Maibaum, feierlich den Place Peißenberg (Platz Peißenberg) einweihen. Begleitet wurde die Gruppe um den Bürgermeister, Marktgemeinderäte und Mitglieder des Partnerschaftskomitees von einer Peißenberger Schülergruppe. Als Gastgeschenk überreichte die Peißenberger Delegation eine als Bergmann in Ausgehuniform verkleidete Puppe.
In Peißenberg wurde aus Anlass des Jubiläums und als Zeichen der Freundschaft mit Saint Brevin im Oktober ein Partnerschaftsbrunnen vor der Sparkassenfiliale in der Hauptstraße aufgestellt. Bei der Einweihung war eine Gruppe aus Saint Brevin, darunter der Bürgermeister Etienne Chauvin und Stadträte, anwesend.
Im September war eine große Delegation des Volkstrachtenvereins, von Kirchenchor, Orchester und Motettenchor aus Peißenberg zu Gast in Saint Brevin. Der Kirchenchor führte beim gemeinsamen Gottesdienst die Mozartmesse auf, die Trachtler präsentierten unter anderem den Kronentanz
1992
Im April weilte ein Schülergruppe des Collège Saint Joseph in Peißenberg und in der Mittelschule.
Zum 30jährigen Gründungsfest der Kleintierzüchter Saint Brevin reiste im Juli eine Delegation aus Peißenberg an den Atlantik, begleitet von der Haunshofener Blaskapelle und der Plattlergruppe. Bier von der Plötz-Brauerei, Würstl und Sauerkraut und andere bayerische Spezialitäten gingen mit auf die Reise und konnten beim bayerischen Abend verkostet werden.
Ende September kamen Gäste aus Saint Brevin zum schon traditionellen 6. Weinfest nach Peißenberg und brachten Muscadet-Wein, Käse und Wurst zum Verkosten mit.
1993
Im Januar war eine zehnköpfige Delegation, darunter die Bürgermeister Chauvin aus Saint Brevin und Louison aus Paimbœuf, Firmendirektoren und Ausbildungsleitern, zu Gast in Peißenberg, um Details des geplanten Lehrlingsaustausches zu besprechen. Aus Peißenberg nahmen die Firmen Siemens, MTU und Agfa an dem Austausch teil. Die ersten 12 Auszubildenden aus Peißenberg waren vom 10. – 29. Mai an der Atlantikküste. Nach einer Einführungswoche im Ausbildungszentrum Nantes hatten sie Gelegenheit, in kleineren Betrieben in und um Saint Brevin den französischen Berufsalltag kennenzulernen.
Vom 28. Juni bis zum 17. Juli kamen im Gegenzug 10 französische Auszubildende nach Peißenberg. Die Kosten für den Austausch und einen Französisch- bzw. Deutschkurs übernahm das „Deutsch-französische Sekretariat für den Austausch in der beruflichen Bildung“ mit Sitz in Saarbrücken.
Im März kamen Schülerinnen und Schüler des Collège Saint Joseph nach Peißenberg, im Mai erfolgte der Gegenbesuch seitens der Mittelschule.
Ebenfalls im Mai reisten Wirtschaftsvertreter aus Peißenberg nach Saint Brevin: die Werksleiter von Siemens und Agfa, ein Ausbildungsleiter von MTU sowie Karl Meyle, ehemaliger Firmenchef von MTU, der im Partnerschaftskomitee für die wirtschaftliche Zusammenarbeit und den Lehrlingsaustausch zuständig war. Die Gruppe informierte sich über in und bei Saint Brevin ansässige Firmen, über deren Produkte, Maschinenparks und Betriebsorganisation, um eine deutsch-französische Kooperation aufzubauen.
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